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Hier das Vorwort
zum Buch:
Im Jahr 2002 feiert die Kirchengemeinde Eysölden ihr 250-jähriges
Kirchweihjubiläum. Am 25. Sonntag nach Trinitatis des Jahres 1752, das
war am 21. November, wurde die Kirche St. Thomas und Ägidius und Katharina,
wie der vollständige korrekte Name unserer Kirche lautet, eingeweiht.
Freilich gibt es schon viel länger eine Kirche in Eysölden. Die Anfänge
gehen bis ins Mittelalter zurück. Aus dieser Zeit stammt auch der ursprüngliche
Turm, also der untere viereckige Teil.
Was der markgräfliche Baumeister Johann David Steingruber (1702-1787)
aus Ansbach in den Jahren 1749 bis 1752 schuf, das war freilich nicht weniger
als eine neue Kirche. Er baute sie auf die Grundmauern der alten. Aber alles,
was uns heute für unsere Eysöldener St. Thomaskirche - gerade als
Mischform zwischen Dorfkirche und Hofkirche - typisch erscheint, geht auf diesen
Baumeister zurück: angefangen vom Kanzelaltar über die Logen, die
Anordnung der Sitzbänke, die Fenster bis hin zu den Emporen.
Das Buch, das vor Ihnen liegt und das ich Ihnen hier nicht ohne einen gewissen
Stolz präsentieren darf, ist durchaus ein besonderes Werk. Es möchte
nicht allein eine "Festschrift" im herkömmlichen Sinn sein,
kein Buch also, das man zu einem Jubiläum sich mehr oder weniger intensiv
zu Gemüte führt, um es anschließend zur Seite zu legen. Dieses
Buch erhebt in der Tat den Anspruch, ein unabhängig von einem bestimmten
Jubiläum nützliches Buch über die Kirchengemeinde Eysölden
zu sein, das zwar anlässlich eines Jubi-läums erscheint, aber hoffentlich
auch nach dem Jubiläum immer wieder einmal gerne zur Hand genommen wird.
Zwar wurde über Eysölden auch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten
immer wieder geschrieben und eine Reihe von Beiträgen erschien in anderen
Büchern, in der Zeitung, in den "Heimatkundlichen Streifzügen"
des Landkreises Roth sowie in Fachzeitschriften - ein "richtiges"
Buch allerdings, das sich ausschließlich mit dem Ort und der Kirchengemeinde
Eysölden beschäftigt, gab es im ganzen 20. Jahrhundert nicht. Dazu
muss man schon ins 19. Jahrhundert zurückgehen, bis zur berühmten
knapp 100-seitigen "Geschichte des Marktes Eysölden und seiner Umgegend"
des damaligen Eysöldener Pfarrers Dr. Johann Georg Adam Hübsch, die
dieser im Jahr 1868 veröffentlichte. Also das erste Buch über Eysölden
seit 134 Jahren!
Unser Buch "Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eysölden
- gestern und heute" stammt nicht aus der Feder eines einzigen Verfassers,
sondern es wurde von vielen aus der Gemeinde sowie von zwei "externen"
Autoren etwas dazu beigesteuert.
Das Buch besteht aus zwei Teilen: Dem ersten Teil, der mit "Geschichtliches"
überschrieben ist, und der hauptsächlich von Irmgard Prommersberger
verfasst wurde; in wesentlich geringerem Umfang waren an diesem Teil Rudi Obermeyer
und Pfarrer Thomas Lorenz sowie Pfarrer i. R. Wilhelm Ruckdeschel beteiligt.
Zunächst werden einige "Mosaiksteine aus der Geschichte der Urpfarrei
und des Ortes Eysölden" vorgestellt. Welche Pfarrer und Seelsorger
in der Kirchengemeinde ihren Dienst taten, darüber informiert die in intensiver
Arbeit zusammengestellte Liste unter dem Titel "Gedenket eurer Lehrer,
die euch das Wort Gottes gesagt haben". Dabei beschränken sich die
Angaben nicht auf die Pfarrstelleninhaber, die ja auch weitgehend auf der Gedenktafel
in der Kirche aufgeführt sind, sondern es werden auch Vertreter ("Verweser"),
Vikare und andere genannt, die nur für kurze Zeit Dienst taten; außerdem
sind, wo es möglich war, Fotos beigefügt.
"St. Thomas - Kirchenführer und Kunstbrevier" - das war eigentlich
die Grundidee und der Ausgangspunkt für das, was schließlich aus
dem Buch geworden ist. In gewisser Hinsicht kann man diesen Artikel mit Fug
und Recht als das Herzstück des ganzen Buches bezeichnen.
Über zwei Bauwerke, die das heutige Gemeindeleben entscheidend prägen,
berichten die Beiträge über den Pfarrstadel ("... Eine Scheune
wird Gemeindehaus") und den "Gemeindetreff St. Thomas mit dem Haus
der Diakonie". Wie die Entwicklung der Eysöldener Grundstücke
mit ihren Grundherren über die Hausnamen bis hin zu den "alphanumerischen"
Hausnummern der heutigen Zeit führte, weist eine eigene Auflistung für
alle "Eysöldener Anwesen" detailliert nach. Den geschichtlichen
Teil rundet der "Bericht eines Zeitzeugen" ab, der beweist, dass
Geistliche in der Treue zum Evangelium auch in "stürmischen Zeiten"
standhaft bleiben können.
Es folgt ein zweiter Teil, der die heute bestehende Gemeinde mit ihren Gruppen,
Kreisen und Einrichtungen zum Inhalt hat. Hier stellen sich die Gruppen mehr
oder weniger aus-führlich selbst vor. Dass die einzelnen Gruppen natürlich
auch ihrerseits eine längere oder kürzere "Geschichte"
haben, versteht sich von selbst. Diese Artikel entstanden zwischen dem Frühjahr
2001 und Mai dieses Jahres, was den zum Teil etwas unterschiedlichen "Blickwinkel"
der Beiträge bedingt.
Zum Schluss bleibt mir, noch einmal allen herzlich zu danken, die an der Entstehung
dieses Buches in irgendeiner Weise beteiligt waren, insbesondere natürlich
den Autoren, unter denen Irmgard Prommersberger besondere Anerkennung verdient,
sowie den weiteren Mitgliedern des Ausschusses, der dieses Projekt über
gut anderthalb Jahre intensiv begleitet hat: Werner Bubenberger, Irmgard Kreichauf,
Andrea Müller und Rudi Obermeyer.
Dank gebührt weiter den Mitarbeitern des Verlages EK Service Porth in
Saarbrücken, die viel Geduld aufbrachten und immer ein offenes Ohr für
unsere Anliegen hatten. Schließlich danke ich der Raiffeisenbank Greding-Thalmässing,
der Sparkasse Roth-Schwabach, dem Evang.-Luth. Gemeindverein Eysölden
sowie dem Landkreis Roth für die finanzielle Unterstützung bei der
Herausgabe dieses Buches.
Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich viel Freude beim Schmökern
und viele erhellende Momente. Möge dieses Buch mit dazu beitragen, das
Wissen und die Kenntnis über unsere eigene Geschichte und die Orts- und
Kirchengeschichte Eysöldens zu vertiefen und auch für künftige
Generationen das "Gesicht" dieser Kirchengemeinde am Anfang des 21.
Jahrhunderts dokumentieren.
Eysölden, im Juli 2002
Pfarrer Thomas Lorenz |
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