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Liebe Freunde unserer
Kirchengemeinde Eysölden im "Netz"!
Gott kommt hinein in
diese Welt, in unsere Welt, in unser normales, geordnetes Leben, er kommt hinein in
das schöne beschauliche und besinnliche Bild, das wir uns von Weihnachten gemacht
haben. Und er passt nicht hinein. Er stört. Er muss stören, sonst wäre
er nicht Gott. Und wenn wir das Kommen Gottes nicht mehr als einen Stör-Faktor
wahrnehmen, als etwas, das so eigentlich gar nicht sein kann, dann stimmt etwas nicht
mehr. Gott kann nicht hineinpassen in unsere Welt und unser Leben, Gott muss stören,
weil er kein Teil dieser Welt ist - und Gott will uns stören, will uns aufstören
aus dem Trott, in dem wir leben, und will unserem Leben eine neue Richtung geben. Er
will uns aufstören, damit wir aus der Dunkelheit und der Finsternis herausfinden,
damit es Licht für uns und in uns werden kann.
Wir müssen mit
dem Umstand fertig werden, dass Gott es anders will, dass Gott anders kommt, dass ausgerechnet
dieses Kind es ist, von dem es heißt: die Herrschaft ruht auf seiner Schulter;
und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.
Ausgerechnet dieses
Kind soll die große Wende bringen. Die Wende, durch die die Finsternis in Licht
verwandelt wird. Gott kommt in Jesus Christus, in dem sich das Irdische mit dem Himmlischen
vereint.
Gott kommt in Jesus
Christus, aber er kommt anders, als wir es uns erwarten. Das Entscheidende ist doch
aber, dass uns geholfen wird - nicht durch das, was wir erwarten, sondern durch das,
was Gott tut.
Gott tut schon etwas
- wenn nicht sogar alles -, indem er einfach nur in der Krippe da liegt. Das ist mehr
als alles Tun und Geschäftigkeit von uns Menschen. So können wir selber still
werden und mit Josef und Maria das Kind anbeten.
Vor dem Kind in der
Krippe still zu werden und uns in seinen Anblick zu versenken, das fällt uns heutigen
Menschen schwer. Wer etwas von Gott will, wer ernsthaft die verwandelnde Kraft sucht,
die von diesem Kind aus-geht, der muss sich auf den Rhythmus Gottes einlassen, der
muss sich auf das einlassen, was Gott vor-gibt. Und das geht nicht ohne Zeit und Übung.
Wer sich aber so auf
Gott einlässt, wer von sich selbst absieht und sich auf Gott ausrichtet, der empfängt
eine Erfüllung, die die Welt nicht geben kann. Nur der, der sich tief über
die Krippe beugt, der empfängt das Licht, das von diesem Kind ausgeht.
An Weihnachten wollen
wir uns ganz mit Maria und Josef, mit den Hirten von den Feldern, mit den Weisen aus
dem Morgenland und mit den Engeln im Himmel über dieses kleine große Wunder
der Geburt des Heilandes freuen - und vielleicht mit Paul Gerhardt ins Staunen kommen
(Gesangbuch, Nr. 37,4):
Ich sehe dich
mit Freuden an und kann mich nicht sattsehen;
und weil ich nun
nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen.
O dass mein Sinn
ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer,
dass ich dich möchte
fassen
Diese Freude wünsche
ich Ihnen von Herzen - auch im neuen Jahr 2012
Ihr Pfarrer Thomas Lorenz
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