".... wie Sand am Meer"
(1. Buch Mose Kapitel 22, Vers 17)


Liebe Freunde unserer Kirchengemeinde Eysölden im "Netz"!

"… wie Sand am Meer" - Sie kennen doch diesen Ausdruck. Wir benutzen ihn, um eine nicht mehr zählbare Menge auszudrücken. Was jedoch viele dabei nicht wissen: Diese Redensart stammt - wie viele andere - aus der Bibel. Erstmals taucht sie im 1. Buch Mose Kapitel 22, Vers 17 auf. Gott kündigt Abraham - der an ihn glaubt und Gottes Anweisungen einhält - an, dass er dessen Nachkommen segnen und mehren will wie Sand am Meer.

Gott belohnt den Glaubensgehorsam Abrahams damit, dass durch dessen Nachfahren, alle Völker dieser Erde gesegnet werden sollen. Dabei soll das Vertrauen der Nachfahren sich aber nicht auf den Urvater Abraham richten, auf sondern Gott, den Schöpfer und Erlöser, dem allein Ehre gebührt.

Was mag sich der hochbetagte Abraham, dem Nachkommen bis dato verwehrt geblieben waren, gedacht haben, als er diese göttliche Zusage erhielt? Er muss doch sofort eingewandt haben: Das gibt's doch nicht! Das geht doch nicht! Das ist doch unmöglich! Das kann doch niemand glauben! Alle Erfahrung spricht dagegen! - Hat Gott also Abraham leere Versprechungen gemacht?

Kommen Ihnen solche Einwände bekannt vor? So argumentieren wir doch auch, wenn es um Gott geht. Wir maßen uns dann an, Gott beurteilen zu können - und halten uns für schlauer als er. So wird dann voreilig geschlussfolgert: "Da sieht man's wieder. Mit Gott muss man nicht rechnen. Ich halte mich lieber an die Realitäten!"

Gerade das ist es. Denn die Realitäten sprechen gerade für Gott. - Wie das? fragen Sie jetzt vielleicht.

Als Abraham damals angesichts seiner Kinderlosigkeit Gott seine Zweifel kundtut, fordert Gott ihn auf, die Sterne am Himmel zu zählen - was Abraham längst nicht kann. Und dann lässt Gott den kinderlosen Alten wissen: "So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!" (Kapitel 15, Vers 5). Noch-mals bestätigt Gott ihm: "… will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie den Sand am Ufer des Meeres" (Kapitel 22, Vers 17). Und nun das Erstaunliche: "Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." (Kapitel 15, Vers 6).

Was Abraham damals nicht sehen und nur durch sein grenzenloses Gottvertrauen akzeptieren konnte, das können wir im Nachhinein aus dem Fortgang der Ereignisse erkennen.

Aus dem unbekannten Nomaden aus dem Zweistromland, dem heutigen Irak, wurde ein Stammvater - den übrigens zugleich das Judentum, die Christenheit und der Islam in Anspruch nahmen. Manche sprechen sogar von einer, wie sie es nennen, "abrahamitischen Ökumene" - dabei kann es eine Ökumene dem Wortsinn nach nur zwischen christlichen Konfessionen geben. Und die Unterschiede zwischen dem christlichen Glauben und der Lehre des Islam sind gewaltig. Wie könnte es auch gemeinsame Sache mit einer Religion geben, die die Dreieinigkeit Gottes, die Gottessohnschaft Jesu und seinen Sühnetod am Kreuz ablehnt (um nur drei Beispiele für die unüberbrückbaren Gegensätze zu nennen)?

Der Apostel Paulus nennt Abraham in seinem Brief an die Christen in Rom (Kapitel 4) "Vater aller Glaubenden". - Gemeint sind die an Jesus Christus Glaubenden. Dabei verweist er nochmals auf Gottes Verheißungen an den alten Abraham, der diesem zuspricht: "Ich habe dich gesetzt zum Vater vieler Völker". Er erwähnt dabei auch Abrahams unerschütterlichen Glauben, der "geglaubt hat auf Hoffnung, da nichts zu hoffen war, auf dass er ein Vater vieler Völker würde".

Zu den "vielen Völkern" gehören alle Christen weltweit auf allen Kontinenten - und damit natürlich auch alle, die in unserem Land an Jesus Christus glauben.

Denn Jesus Christus kommt aus Abrahams Volk, dem Volk Israel, und so gehören alle, die an Jesus Christus glauben, zu Abrahams Nachfahren.

So ist klar: Gott hat viel aus dem unbekannten Abraham gemacht, der dadurch bis heute weltweite Berühmtheit erlangte. Gott hat damit an ihm seine alles überwindende Macht bewiesen.

"… wie Sand am Meer" - Gott hat es möglich gemacht. Wenn Sie wollen, gehören Sie dazu, indem Sie sich hineinnehmen lassen in den Glauben an Jesus Christus. Gott macht es auch für Sie möglich. Lassen Sie sich durch den Faktencheck zu Gottes Versprechen an Abraham und was daraus wurde, ermutigen. Kommen Sie dazu oder bleiben Sie dabei …

Ihr Pfarrer Thomas Lorenz