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Themenpredigt: "Macht
doch mal das Licht an!"

Es
gilt das gesprochene Wort!

Tja, so kann es gehen. Licht ist eben
doch kein Luxus, sondern notwendig. Ohne Licht würden wir dauernd stolpern und
hinfallen. Aber mit der Aufforderung "Nun macht doch endlich Licht!" ist
es offenbar auch nicht getan. "Ja, Mann, so einfach ist das doch nicht. Wir reden
doch schon die ganze Zeit, wie man das machen könnte."
Und dann kann man ja ziemlich "Unterschiedliches"
mit dem Wort "Licht" verbinden. Dem einen reicht das Licht einer kleinen
Kerze, einem anderen ist ein hell erleuchteter Raum gerade recht genug. Gerade die
Adventszeit und der Adventskranz machen ja sehr anschaulich deutlich, daß es
in der Helligkeit eben schon einen Unterschied macht, ob eine, zwei, drei oder vier
Kerzen brennen, oder ob ein ganzer Christbaum in hellem Glanz erstrahlt.
Aber auch wenn eine Kerze bereits ausreicht, das Dunkel
eines Raumes zu durchbrechen - da gibt es Leute, die dieses Licht dann ganz für
sich haben wollen, die dieses Licht sorgsam abschirmen, damit nur ja kein Lichtstrahl
jemand anderen um sie herum erfassen kann. Der "Zwischenrufer" hat ja recht
gehabt, als er den Satz "Ja, aber wir haben doch jetzt Licht gemacht" mit
der Bemerkung zurückgibt: "Aber doch nur für euch!"
Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir
nachfolgt, wird nicht mehr in der Dunkelheit umherirren, sondern folgt dem Licht, das
ihn zum Leben führt." (Joh 8,12 LÜ/HfA). Damit ist klar: Menschen brauchen
Jesus so nötig wie das Licht. Ohne Licht kein Leben. Das lernen unsere Kinder
im Biologie-Unterricht in der Schule, und das ist auch jedem von uns ziemlich klar.
Was für das Leben allgemein recht unumstritten ist, führt doch bei Jesus
als dem Licht der Welt immer wieder zum Widerspruch. Wenigstens bei denen, die sich
mit dieser Aussage auch auseinandersetzen, die also nicht in kalter Gleichgültigkeit
jede Diskussion für überflüssig halten.
Denn wenn man darüber nachdenkt, dann ist das
schon eine ungeheure Aussage, dann ist der Anspruch, den Jesus hier erhebt, wirklich
gewaltig. Er sagt ja damit: Er ist das einzige Licht, das diese Welt hat. Und jeder,
der nicht ihm, Jesus Christus, nachfolgt, irrt in der Dunkelheit umher und wird am
Ende in dieser Dunkelheit bleiben. Wir müssen da schon ganz genau hinhören.
Wir haben uns manchmal schon so an Bibelverse gewöhnt, daß wir ihre "Anstößigkeit",
ihre ungeheure Provokation gar nicht mehr wahrnehmen.
Wenn Jesus diesen Satz in einen dunklen Raum hineingesprochen
hätte und es plötzlich hell geworden wäre, dann wäre wohl mancher
bereit gewesen, das zu glauben. Aber Jesus hat das ganz unabhängig von der Situation
gesagt. Und er hat es gesagt in einer Welt, die von Abertausenden und Millionen Lichtern
scheinbar erleuchtet ist. Und ich denke dabei sowohl an die Lichter im wörtlichen
Sinn als auch an die angeblichen Lichter im übertragenen Sinn (Religionen, Heilslehren,
Idole uvm.). Jesus mutet uns damit zu, alle diese Lichter zu ignorieren, sie eigentlich
gar nicht für Lichter zu halten, sondern für eine Täuschung, weil nur
ER das wahre Licht ist. Wir müssen uns mit diesem Wort auseinandersetzen, uns
vielleicht an ihm reiben, eines aber dürfen wir nicht, obwohl es so viele tun:
nämlich es relativieren, verharmlosen, ihm die Spitze nehmen. Denn wenn das nicht
wahr wäre, kann es ja nur zwei Möglichkeiten geben: Entweder ist Jesus verrückt,
oder er ist ein Lügner.
Viele meinen: Es geht auch ohne Gott. Ja, es stimmt:
"Es geht ohne Gott"; aber wohin es geht, ist auch klar: "Es geht ohne
Gott in die Dunkelheit" ...
Wer nun aber für sich erkannt hat, daß Jesus
tatsächlich das Licht der Welt ist, das Licht, das auch mein Leben hell machen
will, der wird ihm, Jesus, sein Leben anvertrauen, ihm alle seine Dunkelheit hinhalten,
damit er von diesem Licht der Welt, Jesus Christus, ganz erfaßt wird. Und es
ist wirklich ein Wunder, ein Geschenk Gottes, wenn ein Mensch dies erkennen darf und
dadurch sein Leben neu wird. Wenn er dadurch Christ wird, ein "Kind des Lichts"
(Joh 12,36).
Doch viele Christen verhalten sich dann wie die zwei,
die sich um die Kerze stellen, aber mit ihren Körpern die Kerze völlig verdecken:
"Wie gut, daß wir die Kerze haben. So ist es doch viel gemütlicher."
Jesus Christus, das Licht der Welt, für sich gefunden zu haben, ist das Eine.
Dieses Licht aber dann ganz für sich behalten zu wollen, das ist nicht "im
Sinne des Erfinders", nicht im Sinne des "Vaters des Lichts" (Jak 1,17),
nicht im Sinne von Jesus Christus, dem "Licht der Welt".
Und so ist es kein Zufall, daß Jesus auch diesen
anderen Satz gesagt hat: "Ihr seid das Licht der Welt" (Mt 5,14). Das Licht
der Welt, Jesus Christus, können wir also nicht für uns behalten, wir sind
ausdrücklich dazu berufen, selber Licht der Welt zu sein, Jesus Christus durch
uns scheinen zu lassen. Jesus traut das seinen Leuten also zu, es ist für ihn
sogar geradezu so selbstverständlich, daß er nicht sagt: "Seid doch
bitteschön Licht der Welt!" oder "Ihr sollt das Licht der Welt sein!"
Nein, er sagt ganz einfach und ohne jede Einschränkung zu seinen Leuten: "Ihr
seid das Licht der Welt."
Beides gehört also zusammen. "Mache dich
auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über
dir!" (Jes 60,1) Laß dich hell machen von dem Licht, das Gott uns gibt,
von Jesus Christus, dem Licht der Welt. Und wenn du hell bist, dann kann das eigentlich
gar nicht verborgen bleiben. Wenn du nicht absichtlich ein Decke über dieses Licht
wirfst, dann bleibt es sichtbar, daß du leuchtest, weil du vom Licht der Welt
erfaßt und erfüllt bist. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Denn dieses Licht wird leider trotzdem immer wieder
verdeckt. Immer wenn wir etwas denken, tun oder reden, was nicht im Einklang mit Jesus
steht, verdunkelt sich unser Licht, verliert das Licht der Welt für andere an
Strahlkraft. Nicht, daß wir es falsch verstehen: Jesus, das Licht der Welt, bleibt
immer gleich leuchtend und strahlend, aber unser "Lampenschirm" wird verdreckt
und läßt das Licht immer schwächer durchscheinen. Sehr treffend bezeichnet
die Bibel all die Dinge, die unser Licht schwächer werden lassen, als "Werke
der Finsternis" (z. B. Röm 13,12).
Leider sind diese Verschmutzungen aber nicht einfach
mit einem feuchten Tuch zu entfernen, man braucht dazu ein Spezial-Reinigungsmittel,
eines, das es nicht beim "Schlecker" zu kaufen gibt. Johannes sagt es in
seinem Brief: "Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft
untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde"
(1. Joh 1,7).
Wir kriegen unseren Lampenschirm also nicht sauber,
indem wir möglichst fest schrubben (davon geht eher der ganze Schirm kaputt ...),
sondern nur durch das Blut Jesu. Das heißt: Nur dadurch, daß Jesus am Kreuz
gestorben ist, müssen sich unsere "Werke der Finsternis" nicht dauerhaft
in unseren Lampenschirm einbrennen, sondern alle Verschmutzungen werden von ihm beseitigt.
"Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß
er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" (1.
Joh 1,9). Sünde verdunkelt das Licht, aber Jesus reinigt unsere Lampenschirme,
wenn wir ihm bekennen, was unser Licht verdunkelt.
Deshalb ist Vergebung so wichtig. Die Vergebung unserer
Schuld ist nämlich nicht nur für uns selber von Nutzen, sondern auch für
andere: Dadurch wird unser Lampenschirm wieder sauber, damit andere auch das Licht
der Welt erkennen, das in uns leuchtet: Jesus Christus.
Wir wollen jetzt miteinander ein Lied singen, einen
Kanon: "Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt" ...
Während alle das Lied singen, könnt ihr vorgehen,
euch ein Teelicht nehmen, es anzünden und auf den kleinen Tisch stellen ...
Einige Fragen, die uns helfen können und die wir
uns beim Anzünden und Hinstellen des Teelichtes stellen können:
Habe ich mich schon von Jesus, dem Licht der Welt,
erleuchten lassen?
Was verdunkelt mein Licht, was verschmutzt meinen Lampenschirm,
so daß andere das Licht nicht mehr erkennen können?
Wo kann und möchte ich einen Beitrag dazu leisten,
daß es in unserer Welt heller wird, wo möchte ich Jesus durch mich für
andere leuchten lassen?

Die Kirchengemeinde
Eysölden wünscht einen gesegneteSonntag!
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