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Themenpredigt: "Ausdauer - auf
Dauer Power!"

Es
gilt das gesprochene Wort!

Was man nicht alles beachten muss, um
im Sport erfolgreich zu sein ... Wer im Sport etwas Großes erreichen will, muss
vollen Einsatz zeigen. So nebenher, mal schnell ein bisschen Sport, das mag zwar gut
für die Gesundheit sein, einen Blumentopf aber kann man damit nicht gewinnen,
geschweige denn einen Pokal oder eine Medaille.
Wir werden es ja morgen wieder erleben, die meisten von uns freilich bloß als
Zuschauer, wieviel Kampf, Ausdauer und Selbstdisziplin so ein Triathlon fordert. Und
was Friedrich Lettenmayer erzählt hat, spricht ja auch eine deutliche Sprache.
Sport und Christsein haben nach Meinung vieler wenig miteinander zu tun. Hin und wieder
hört man zwar von einem prominenten Sportler, der sich bewusst zu Jesus als seinem
Herrn bekennt (etwa Brita Baldus, Kunstspringen; Karl Friesen, Eishockey; Jorginho,
Fußball; Michael Chang, Tennis; Bernhard Langer, Golf), aber vom Sport Rückschlüsse
auf das Christsein zu ziehen, ja womöglich den Sport als Vorbild für das
Christsein zu begreifen, das kommt kaum jemandem in den Sinn.
Das Erstaunliche nun: Die Bibel tut genau das. Die Bibel vergleicht das Christsein,
das Leben im Glauben an Jesus Christus, mit dem Sport. Und was noch erstaunlicher ist:
Sie distanziert sich nicht vom Sport, stellt ihn nicht grundsätzlich in Frage,
warnt nicht in erster Linie davor, Sport zu einem Ersatzgott zu machen, nein, die Bibel
stellt den Sport als ein wichtiges Vorbild für das Leben überhaupt und für
den Glauben hin.
Wenn ich sage: "die Bibel", dann müsste ich natürlich genauer von
Paulus sprechen. Im Jahr 49 kommt er nach Korinth. Heute sagt uns das nicht mehr viel.
In der Antike war Korinth eine Weltstadt. Da galt es als besonders schick, in Korinth
zu leben. Und natürlich gab es auch ein Stadion. Erbaut, wie auch die ganze Stadt,
auf einer 60 Meter hohen Terrasse. Überragt vom steilen Burgfelsen der Akropolis.
Paulus kommt also im Jahr 49 nach Korinth, und, weil es im Frühjahr war, mitten
hinein in die Isthmischen Spiele. Er hört von den großen Wettkämpfen
der Saison. Die Menschen sind begeistert. Korinth liegt den Sportlern zu Füßen.
Wer immer kann, ist dabei.
In Isthmia gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Siegeskranz. Er ist zwar nur aus
getrockneten Lorbeerblättern, aber er verleiht höchste sportliche Würden.
Der Siegeskranz, das ist klar, der Siegeskranz ist die Eintrittskarte in die gehobene
Klasse.
Wie lässt sich nun das Christsein mit dem Sport vergleichen?
Stellen wir uns einen "Sportler" vor: Die Sporttasche hat er unter den Arm
geklemmt, den Strohhut auf dem Kopf und offene Sandalen an den Füßen: der
Langstreckenläufer tritt an die Startklötze. Klar, gewinnen will er. Aber
wozu der Aufwand? Er spart sich den Gang in die Umkleidekabine. Wozu den Hut ablegen,
wozu die Sandalen mit den Sportschuhen tauschen? Darauf kommt es doch gar nicht an.
Ihr werdet über diesen komischen Läufer lachen. So kann er doch niemals gewinnen.
Ihr wisst natürlich, dass es einige wichtig Regeln gibt, die du als Sportler beachten
musst, wenn du gewinnen willst. Ich möchte heute nur drei nennen.
1. Regel: Zuerst in die Umkleidekabine. Du musst als Sportler alles ablegen, was dich
am Laufen hindern könnte. Selbstverständlich brauchst du Sportschuhe, die
leicht und griffig sind, dazu Shorts und ein Trikot.
2. Regel: Jetzt musst du starten. Du darfst dich nicht neben die Startlöcher stellen
und dort auf den Startschuss warten. Du stehst also dort. Und sobald der Startschuss
kommt, darfst du nicht in den Startlöchern sitzen bleiben, sondern du musst loslaufen.
3. Regel: Du musst das Ziel im Auge behalten. Als Läufer darfst du dich nicht
ablenken lassen. Du kannst es dir nicht leisten, auf die Zuschauer zu sehen. Dein Blick
muss fest auf das richtige Ziel gerichtet sein, sonst ist aller Einsatz umsonst.
Solche Regeln gibt es auch für unser Leben im Glauben, für unser Leben als
Christ. Schauen wir uns diese Regeln einmal an.
1. Regel: Du musst zuerst in die Umkleidekabine.
Nehmen wir einen Sportfan. Jede Woche sitzt er vor dem Fernseher und sieht die "Sportschau"
an, abends noch das "Sportstudio" und unter der Woche "Blickpunkt Sport".
Aber damit ist unser Sportfan noch lange kein Sportler. Er wäre es auch nicht,
wenn er bei den Olympischen Spielen in Athen rund um die Uhr vor der Glotze säße.
Wer nicht Sport treibt, ist kein Sportler. So was nennt man einen Sport-Interessierten
oder einen Sportfan. Und so muss man feststellen, dass viele sich Christen nennen,
obwohl es ihnen nicht im Traum einfällt, als Christ zu leben, sie also eigentlich
nicht mehr als "Christentum-Fans" sind. Es gibt ein unverbindliches Sofa-Christentum,
das mit dem, was die Bibel unter dem Leben eines Christen versteht, nichts zu tun hat.
Paulus befasst sich in unserem Bibeltext mit diesem Sofa-Christentum: "Ihr wisst
doch, dass an einem Wettlauf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den
Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt! Alle, die an einem Wettkampf
teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für
einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich
ist" (1. Korinther 9,24+25 GN).
Paulus nimmt also den Wettkampf eines Sportlers als Vergleich für unser Leben
und sagt: "Unser Leben ist ein Kampf". Das hören wir gar nicht gerne.
Aber wie ist es im Sport? Wenn du gewinnen willst, musst du trainieren. Wenn du zu
einem Wettkampf gehst, dann gehst du zuerst in die Umkleidekabine, ziehst Sportschuhe,
Shorts und Trikot an. Wenn du im Leben gewinnen und seinem wirklichen Ziel, zur Gemeinschaft
mit Gott, kommen willst, dann musst du von deinem Sofa-Christentum aufstehen und Regel
2 beherzigen:
Du musst starten.
Wenn du am Quelle Challenge Triathlon oder auch nur am Rothsee-Triathlon teilnehmen
willst, musst du dich melden. Du kannst nicht einfach ins Stadion gehen und mitmachen.
Hast du dich eigentlich schon mal bei Jesus gemeldet? Hast du ihm schon überhaupt
gesagt, dass du bei ihm mitmachen willst? Ein Christ bist du nicht dadurch, dass du
als Kind getauft worden bist. Das ist zweifellos eine wichtige Grundlage. Entscheidend
aber ist: Ein Christ bist du, wenn du den Entschluss gefasst hast: "Ich will bei
Jesus mitmachen." Diesen Entschluss nennt die Bibel Bekehrung, Umkehr zu Gott.
Ob die Bekehrung nun ein plötzliches Ereignis mit Pauken und Trompeten oder ein
langer stiller Prozess ist - jeder Christ muss einmal im Leben den bewussten Entschluss
fassen: "Ja, Jesus, ich starte. Ich will dir gehören. Ich will dir gehorchen.
Ich will dir nachfolgen. Ich will das ewige Leben haben, das du den Deinen versprochen
hast."
Wenn du diesen Entschluss noch nie in deinem Leben gefasst hast, bist du Christentum-Fan,
aber kein Christ. Trotz Taufe und Konfirmation. Also beherzige Regel 2: Du musst starten.
Viele sind schon gestartet. Nicht alle kommen ans Ziel. Und manche erst auf großen
Um- und Irrwegen. Dabeisein ist nicht alles. Darum ist Regel 3 so wichtig:
Behalte das Ziel im Auge.
Wer zusagt: "Ich starte, ich mach mit", muss automatisch andere Dinge absagen.
Ein Athlet übt strenge Selbstdisziplin. Der muss sich enthalten und verzichten.
Verzichten ist etwas, was wir heute nicht mehr können und wollen.
Das Grundprinzip unseres modernen Leben ist: "Ich mach nur das, wozu ich Lust
habe. Was keinen Spaß macht: Null Bock." Jeder versucht das Brett an seiner
dünnsten Stelle zu bohren. Jeder will das größte Stück vom Kuchen,
nach dem Motto: "Wir wollen alles und davon möglichst viel." Jeder will
möglichst schnell, möglichst mühelos, möglichst viel erreichen
und auf möglichst nichts verzichten.
Jeder weiß, dass jeder Sportler, der sich zu einem großen Wettkampf, den
Olympischen Spielen etwa, meldet, in Bezug auf Essen und Trinken, Rauchen und Alkohol
sich an ganz bestimmte Regeln halten und verzichten muss. Kein Sportler ist so blöd
und behauptet: gutes Essen, ein Glas Wein wären grundsätzlich schlecht. Das
ist Unsinn. Der Mensch soll sich ordentlich ernähren, ein Gläschen Wein in
Ehren ist nicht zu verwehren.
Aber wenn du dich nicht an die Regeln hältst, hemmungslos alles mitnimmst, dann
bleibst du auf der Strecke und kommst nicht ans Ziel. Ohne Kampf, ohne hartes Training,
ohne Verzicht erreichst du das ewige Leben nicht. Christsein erfordert Opfer. Und genau
vor diesen Opfern schrecken viele zurück.
Jesus verlangt eine totale Absage an die Sünde. Das griechische Wort für
"Sünde" kommt auch aus dem Sport, nämlich aus dem Bogenschießen,
und bedeutet wörtlich übersetzt "Zielverfehlung". Wir sündigen
immer dann, wenn wir unsere eigenen Ziele stecken und unsere eigenen Wege gehen.
Deshalb: Konsequente Ausrichtung auf das Ziel des ewigen Lebens, denn knapp daneben
ist eben auch vorbei. Beim Fußball konnte man das ja bei der Euro 2004 wieder
erleben. Niemand kann sagen: So kleinlich braucht man nun auch wieder nicht zu sein:
Lasst doch den Latten- oder Pfostenschuss als Tor gelten und warum wird ein Abseitstor
nicht gegeben. Regel ist nun mal Regel. Deshalb betrüge dich nicht selbst, indem
du sagst: "So schlecht bin ich doch nicht." Die Frage ist nicht, ob du gut
oder schlecht bist. Die Frage ist nur, ob du das Tor triffst. Wenn es etwa beim Fußball
nur um die Chancen ginge, wären die Deutschen in Portugal nicht schon in der Vorrunde
ausgeschieden. Aber was allein zählt, sind Tore. Dabeisein ist nicht alles.
Um Gottes Ziel zu erreichen musst du auf manches verzichten. Du kannst dich fragen,
ob sich das lohnt. Menschen, die etwas wollen, sind zu enormen Verzichtleistungen bereit.
Oder die Sportler - auf was die alles verzichten, damit sie die Leistung erbringen.
Aber ohne das Wollen geht es auch bei ihnen nicht. Auch den Glauben, das Christsein,
musst du wollen.
"Was ihr braucht, ist Ausdauer ...", schreibt der Apostel den müde gewordenen
Christen (Hebräer 10,36 EÜ). Ja, Christsein hat mit Ausdauer und mit "Power"
zu tun! Das Leben als Christ gleicht viel eher einem Marathon-Lauf als einem 100-Meter-Sprint.
Die Bibel spricht häufig vom Glauben als einem "Laufen" (z. B. 1.Korinther
9, 24; Galater 5, 7; Hebräer 12, 1-2).
Als Christen sollen wir weder kriechen noch fliegen. Bodenhaftung ist wichtig; nur
Träumer fliegen im Glauben. Aber auch das Schneckentempo ist Gott nicht angenehm.
Denn zu einem erheblichen Teil liegt es schon an uns selber, wie schnell wir im Glauben
vorankommen. Wer etwa der Meinung ist, er habe es "schon weit gebracht",
wer also selbstzufrieden geworden ist, wird aufhören zu laufen. Aber auch Christen,
die sich immer wieder entmutigen lassen, zu Boden gehen und erst einmal liegen bleiben,
machen kaum Fortschritte.
In der Tat: Es geht um eine Marathon-Strecke! Es gibt genügend Sprinter im Glauben.
Sie legen kurzfristig ein hohes Tempo vor, halten aber schlecht durch. Darum gelangen
sie oft nicht zu den tieferen Erfahrungen, die Gott anderen schenkt. Sie betrachten
diese dann vielleicht als geistliche Glückspilze - in Wahrheit haben solche Christen
nur Ausdauer bewiesen, sind drangeblieben an Gott, über Monate, über Jahre,
ein ganzes Leben lang.
Und woher soll die Kraft, die "Power", für diesen Wettkampf kommen?
Die Antwort darauf finden wir am Schluss des Vaterunsers: "Dein ist ... die Kraft
..." Im englischen Text des Vaterunser steht hier genau dieses Wort "power"
["For thine is the kingdom, and the power, and the glory, for ever. Amen."]
Und wenn Gott die Power hat, dann gibt er sie auch gerne weiter, er schenkt sie denen,
die sich zum Wettkampf, zum Lauf dem Ziel entgegen, entschlossen haben.
Wenn man das alles so hört, bleibt noch eine Frage: Kannst du dir das ewige Leben
verdienen? - Nein, das ewige Leben kriegst du von Gott nicht, weil du es verdienst,
sondern aus Gnade. Aber, du kannst durch dein Handeln das ewige Leben zwar nicht gewinnen,
aber du kannst es - schlimmstenfalls - verlieren. Alle, die in der Kampfbahn laufen,
kriegen den Siegespreis. Das ist im Glauben tatsächlich anders als im Sport. Aber
eben nur die, die laufen. Wer nicht läuft, bei dem läuft nichts.
Amen.

Die Kirchengemeinde
Eysölden wünscht einen gesegneten Sonntag!
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